Mai 2010
Größte Buchhandelskette beantragt Insolvenzverfahren
Trotz 40 Prozent Personalabbau, 45 Prozent Lohnreduzierung und der Nachverhandlung aller Mieten musste Diverta, Rumäniens größte Buchhandelskette, Insolvenz anmelden. Die 62 Läden brachten im vergangenen Jahr nur noch 27,5 Millionen Euro Umsatz, 37 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Laut Finanzzeitung lag der Betriebsverlust bei 600.000 Euro. Das Hauptproblem der Handelskette lag in der Unmöglichkeit, die Lieferanten zu bezahlen. Nun soll das Unternehmen umorganisiert werden. Dies muss binnen 18 Monaten abgeschlossen sein. Eine Abkehr vom bisherigen Premium-Angebot soll es dabei nicht geben. 35 Prozent des Umsatzes macht der Bücherverkauf aus, 20 Prozent werden über den Verkauf von Multimedia-Produkten, weitere 20 Prozent durch Büroartikel und der Rest über IT-Produkte und Spielsachen erzielt.
April 2010
Buchverlage setzen auf alternative Vertriebswege
Eine genaue Darstellung des rumänischen Buchmarktes ist in Ermangelung offizieller Daten kaum möglich. Aufgrund von Meldungen einzelner Buchverlage zeichnet Sich folgender Trend ab: So sei der Buchumsatz im ersten Quartal dieses Jahres dank Verwendung neuer Vertriebskanäle leicht angestiegen. Der Verkauf von Büchern als Beilage in Tages- und Wochenzeitungen habe den Absatz gefördert. Auch der Online-Absatz zieht angeblich an. Am 30. März 2010 wurde der erste rumänische Online-Buchkatalog gestartet, er ist unter www.infocarte.ro abrufbar. Schätzungen zufolge liegt das Marktvolumen bei 80-100 Millionen Euro. In diesem Jahr erwarten Buchverlage wieder steigende Umsätze.
März 2010
Buchverlagsgruppe Humanitas sieht Umsatz 2009 um 30 Prozent geschmälert
Um knapp 30 Prozent ist der Umsatz einer der größten rumänischen Buchverlage im vergangenen Jahr zurückgegangen. 2008 lag der Umsatz der Gruppe bei rd. 10 Millionen Euro. Die Verlagsgruppe Humanitas gehört zu 88 Prozent dem Kulturschaffenden Gabriel Liiceanu. Die Verlagsgruppe betreibt landesweit 16 Buchhandlungen. Eine Buchhandlung wurde 2009 geschlossen, 15 Prozent der Belegschaft entlassen. Derzeit beschäftigt der Kulturbetrieb etwa 160 Mitarbeiter. Die ersten Monate dieses Jahres hätten Grund zur Freude gebracht. Für 2010 wird ein Umsatzwachstum von 5-10 Prozent erwartet.
Februar 2010
Ringier steigert Effizienz in Rumänien
Der Schweizer Medienkonzern Ringier hat überraschend den Verkauf der Tageszeitung "Evenimentul Zilei" (seit 2003 bei Ringier) und der Wirtschaftszeitschrift "Capital" (seit 1992) bekannt gegeben. Medienberichten zufolge gingen die beiden Publikationen für etwa 8 Millionen Euro an den Geschäftsmann Bobby Paunescu. Michael Hagger, Ringier-Geschäftsführer in Rumänien, erklärte den Schritt mit der Notwendigkeit, Beteiligungen effizienter zu gestalten. Während "Capital" als Verlustbringer bekannt war, hatte sich "Evenimentul Zilei" als seriöse Tageszeitung einen Namen gemacht. Nebst diesen Titeln bringt Ringier Rumänien noch die erfolgreiche Tageszeitung "Libertatea" (der Bild-Zeitung nachempfunden) sowie 6 Publikums- und 2 Programmzeitschriften heraus. Außerdem kooperiert das Verlagshaus mit dem türkischen Konzern Dogan beim Fernsehsender "Kanal D". Ferner stellt Ringier die Zeitschrift "Diva" (seit 2008) ein. Noch vor Abschluss der Übernahme sollen 100 Posten bei den beiden Zeitungen gestrichen werden.
Januar 2010
Medienlandschaft 2009-2010: 8 Zeitungen weniger
2009 war ein sehr unruhiges Jahr für die rumänische Presselandschaft: Publimedia, Herausgeber der Finanzzeitung setzte die Regionalzeitungen "Bihoreanul", "Ieseanul", "Hunedoreanul" und "Clujeanul" ab; Romania Libera stellte die Samstagsausgabe ein; die Mediengruppe Realitatea Catavencu stellte die Tageszeitung "Cotidianul" und das Wirtschaftsblatt "Business Standard" zum 31.12. ein Ringier setzte das ausschließlich aus Werbung finanzierte Blatt "Compact" ab und "Diva", 2008 als Wochenzeitschrift herausgegeben, auf monatliche Erscheinung um. Dabei wurden Dutzende Journalisten und Printmediengestalter entlassen. Nicht minder problematisch verspricht das neue Jahr zu werden: Die Tageszeitungen "Ziua" und "Gardianul" stellten ihre Erscheinung im Januar ein. "Ziua" werde bis zur Klärung der wirtschaftlichen Lage nur noch elektronisch erscheinen, hieß es.