April 2010
Internet-Banking von Rumänen kaum genutzt
Mehr als die Hälfte aller Rumänen über 15 Jahre nutzen Bankendienste. Dies ergab eine Umfrage des Konsumforschungsunternehmens GfK. Danach würden 56 Prozent der Rumänen auch Bankenprodukte in Anspruch nehmen. Damit liegt Rumänien regional nur an vorletzter Stelle. Besser steht das Land bei der Vergabe von Krediten da: 26 Prozent der Rumänen greifen auf diese Finanzierungsart zurück - etwa so viel wie die Ungarn. Dabei sind Konsumkredite mit 18 Prozent (März 2010) die meistgefragte Finanzierungsmöglichkeit (-4 Prozent im Vergleich zu Januar 2010). Nur 4 Prozent haben einen Immobilienkredit beantragt. Allerdings sparen Rumänen weit weniger als andere Europäer. Nur 11 Prozent der Rumänen nutzen Spar-Angebote der Banken. Österreich ist mit 74 Prozent hier führend. Internet-Banking ist bei Rumänen kaum ein Thema - nur etwa 1 Prozent der Befragten verwenden derartige Dienste.
Regierung will Beteiligungen für 1 Mrd. Euro verkaufen
Die rumänische Regierung plant Minderheitsanteile an diversen Energiefirmen zu verkaufen. "Geld aus den Verkäufen dieser Anteile wird ausschließlich für Infrastrukturinvestitionen verwendet", sagte der rumänische Wirtschaftsminister Adriean Videanu. So dürften Beteiligungen an der OMV-Tochter Petrom, an Transelectrica, Transgaz und Romgaz zum Kauf angeboten werden. Auch weitere Unternehmen seien an diesem Programm beteiligt, so Videanu. Der erhoffte Gesamtbetrag liegt bei über einer Milliarde Euro. Rumänien hält noch knapp 21 Prozent an der Petrom, die OMV 51 Prozent der Anteile. Laut Minister Videanu will die Regierung an der Petrom mit mehr als 8 Prozent beteiligt bleiben.
Röchling will für Ford und Dacia produzieren
Der US-amerikanische Automobilhersteller Ford zieht deutsche Zulieferer an. Der Mannheimer Kunststoffhersteller Röchling will ein neues Produktionswerk im südrumänischen Craiova bauen, nahe am Standort von Ford in Rumänien. Wie das Unternehmen selbst bekannt gab, seien Investitionen in Höhe von 5 Millionen Euro vorgesehen. Beliefert werden soll dabei nicht nur Ford, sondern auch die Renault-Tochter Dacia. Gesucht werde ein Grundstück mit einer Fläche von 5.000 Quadratmetern, erklärte Sprecherin Ina Breitsprecher. Die Investition würde rund 30 Arbeitsplätze schaffen. Produziert werden sollen unter anderem Schallschutzelemente für Motoren und Flüssigkeitsbehälter. Die Gebr. Röchling KG beschäftigt weltweit rd. 5400 Mitarbeiter in den Sparten Hochleistungskunststoffe und Automobilkunststoffe.
März 2010
Leistungsbilanzdefizit sinkt um 73,2 Prozent
Rumäniens Leistungsbilanzdefizit ist im vergangenen Januar weiter gesunken. Das Leistungsbilanzdefizit lag im ersten Monat dieses Jahres bei 123 Millionen Euro und somit um 73,2 Prozent niedriger als vor einem Jahr. Wie die rumänische Notenbank BNR mitteilte, sei dies vor allem auf das rückläufige Handelsdefizit zurückzuführen. Das Außenhandelsdefizit ist im Januar im Vorjahresvergleich um 55,8 Prozent auf nunmehr 217 Millionen Euro zurückgegangen. Das Leistungsbilanzdefizit wurde von den ausländischen Direktinvestitionen in Höhe von 302 Millionen Euro vollständig gedeckt. Im Gesamtjahr 2009 war das Leistungsbilanzdefizit Rumäniens um 68,7 Prozent auf 5,05 Milliarden Euro zurückgegangen.
Öffentliche Verschuldung um 2,8 Prozent rückläufig im Januar
Die gesamte öffentliche Verschuldung Rumäniens ist zum 31. Januar 2010 im Vergleich zum Ende 2009 um 2,8 Prozent auf umgerechnet 34,9 Milliarden Euro zurückgegangen, wie das rumänische Finanzministerium mitteilte. Das entspricht 26,71 Prozent des für dieses Jahr geschätzten Bruttoinlandsprodukts in Höhe von 538,9 Milliarden Lei (132 Milliarden Euro). 41,88 Prozent der Verschuldung war in der Landeswährung, 45,27 Prozent in Euro und der Rest in anderen Fremdwährungen. 38,93 Prozent der Verschuldung waren staatliche Kredite, 19,21 Prozent Schatzbriefe und 18,03 Prozent Staatsanleihen. 6,64 Prozent waren von Eurobonds verursacht.
Mugur Isarescu: Risiko für griechische Verhältnisse "begrenzt"
Obwohl gut ein Sechstel aller in Rumänien zugelassenen Banken aus Griechenland stammen, sieht Notenbankgouverneur Mugur Isarescu nur begrenzte Risiken för Rumänien, mit griechischen Schwierigkeiten konfrontiert zu werden. Durch die griechische Krise werde das im August 2009 in Wien unterzeichnete Abkommen mit ausländischen Banken zum dritten Mal (nach der Weltfinanzkrise und der politischen in Rumänien) auf die Probe gestellt, so Isarescu gegenüber der Financial Times. In Wien hatten sich die ausländischen Banken verpflichtet, ihr Engagement in Rumänien beizubehalten und ihre Solvabilität auf 10 Prozent zu steigern. Das Abkommen läuft bis Ende April 2011, wenn auch das Stand-By-Abkommen mit dem IWF endet.
Februar 2010
Fitch verbessert frühzeitig Rating von Rumänien
"Die Verbesserung der externen finanziellen und wirtschaftlichen Bedingungen, ein unerwartet starker Rückgang des Leistungsbilanzdefizits 2009, die Verabschiedung des Haushaltsplans 2010 und die Normalisierung der Beziehungen zum IWF" bewegten die Ratingagentur Fitch, den Kreditausblick für Rumänien von "negativ" auf "stabil" zu ändern. Das Rating für langfristige Anleihen wurde auf "BB+" für Fremdwährungsdarlehen und auf "BBB-" für Darlehen in der Landeswährung hochgestuft. Die Entscheidung selber überrascht nicht, aber der Zeitpunkt. Mit einer Aufwertung wurde allgemein erst Ende 2010 gerechnet, da das Land in diesem Jahr noch schwierige Aufgaben zu lösen hat.
Wirtschaft auch im 4. Quartal 2009 im Minus
Rumäniens Wirtschaft konnte auch im vierten Quartal des vergangenen Jahres den Rückgang nicht stoppen und verzeichnete ein Minus von 1,5 Prozent zum Vorquartal. Dies meldete das rumänische Statistikamt Mitte Februar. Gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal betrug der Rückgang 6,6 Prozent. Somit liegt der Wirtschaftsrückgang Rumäniens im Jahr 2009 nun amtlich bei 7,2 Prozent des Bruttosozialprodukts. Zuvor von der Nachrichtenagentur Mediafax befragte Experten hatten mit einem leichten Aufschwung zwischen 0,1 und 0,6 Prozent gerechnet.
Mehr als 6000 Mikrounternehmen geben auf
Was die Mindeststeuer 2009 für Unternehmen, war die Abschaffung der 3-Prozent-Besteuerung von Kleinstunternehmen/Mikrounternehmen im vergangenen Januar. Rund 6000 Unternehmen suspendierten ihre Tätigkeit im ersten Monat dieses Jahres - 4,4 mal mehr als noch im Januar 2009. Die Anzahl der Firmenaustragungen stieg allein im Januar um 6,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ende Januar waren mehr als 1 Million Unternehmen in Rumänien registriert. Die Anzahl der Neuanmeldungen ging im Vergleich zum Vorjahresmonat um 23 Prozent zurück. 2009 machten mehr als 133.000 Unternehmen dicht, 11 Mal mehr als im Jahr zuvor. Auch die Anzahl der Firmenauflösungen stieg um das Fünffache auf 18.766.
Januar 2010
Ausländische Direktinvestitionen 2009 um 54% niedriger als im Vorjahr
Die ausländischen Direktinvestitionen beliefen sich im vergangenen Jahr laut einer Studie der UN-Konferenz für Handel und Entwicklung UNCTAD auf 4,24 Milliarden Euro, etwas mehr als halb so viel wie im Jahr zuvor. Gemäß den Erhebungen der rumänischen Notenbank lagen die ausländische Direktinvestitionen Ende November 2009 bei 3,8 Milliarden Euro. Sollten die Zahlen von UNCTAD stimmen, dürften die Zahlen für Dezember erfreulich sein: Nach Direktinvestitionen von 110 Millionen Euro im November, wurden im Dezember 2009 insgesamt 440 Millionen Euro investiert. Gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum sind die Direktinvestitionen in den ersten 11 Monaten des vergangenen Jahres um 56 Prozent zurückgegangen. UNCTAD erwartet 2010 wieder einen Anstieg der ausländischen Direktinvestitionen.
Jahresinflation 2009: 4,7 Prozent
Bei einer Jahresinflation von 4,7 Prozent hat die rumänische Notenbank BNR ihr Inflationsziel zum dritten Mal in Folge verfehlt. Rumänien registrierte im vergangenen Jahr eine dreimal höhere Inflationsrate als der EU-Durchschnitt von 1,4 Prozent. Gegenüber der Inflation der Euro-Länder (0,9 Prozent) beträgt der Unterschied sogar 5 zu 1. Höher als die Jahresinflation 2009 in Rumänien war in der EU nur noch die Inflation in Ungarn: 5,4 Prozent. Polen folgt auf Platz drei mit 3,8 Prozent. Für das laufende Jahr sieht die Notenbank eine Jahresinflation von 3,5 Prozent vor (+/- 1 Prozent).
Moody's: Wirtschaftswachstum 2010 bei 2,3 Prozent
Die Rating-Agentur Moody's sieht für Rumänien eine immer schönere Zukunft voraus. Die Rezession nähere sich dem Ende, Wachstum würde bereits im zweite Quartal einsetzen, so ein Bericht der Agentur. Die Exporte haben angezogen und der Zugang zu Liquiditäten am Markt hätte sich in den vergangenen Monaten verbessert. Das ließe auf einen Eintritt des Wachstums bereits im kommenden April Moody's-Experten ein Wirtschaftswachstum von 2,3 Prozent voraus. Bislang waren sie von einem Plus von 1,2 Prozent ausgegangen. Beim Entwurf des Haushalts war die Regierung von einem Zuwachs von 1,3 Prozent ausgegangen und einem Wachstumsbeginn erst nach Jahreshälfte. Die Einstufung Rumäniens lautet Baa3 und die Empfehlung von Moody's lautet auf "stable".
Visa verbucht zweistelliges Wachstum in Rumänien
Der Geldkartenanbieter Visa International konnte im vergangenen Geschäftsjahr, das am 30. Juni 2009 ablief, in Rumänien satte Zuwachsraten registrieren. Die Anzahl der Geldkarten im Umlauf stieg um 5,4 Prozent auf 6,2 Millionen. Die Anzahl der Transaktionen über Visa-Geldkarten stieg dabei um 23,2 Prozent und wertmäßig um 32 Prozent. Auch die Anzahl der Annahmestellen hat zweistellig zugelegt: +23 Prozent. Somit liegt Rumänien nach Angaben des Kartenanbieters an vorderster Stelle in Europa, mit einem überdurchschnittlichen Wachstum.