Mai 2010
Chemische Industrie kauft mehr Erdgas
Die rumänische Chemiebranche zeigt erste Anzeichen eines Comebacks. Dies lässt sich indirekt an den Umsätzen des größten staatlichen Erdgasversorgers Romgaz Medias ablesen. Das Unternehmen registrierte im ersten Quartal dieses Jahres ein Umsatzplus von 22,1 Prozent im Gegensatz zum entsprechenden Vorjahresquartal. Das verkaufte Erdgasvolumen stieg um 17 Prozent. Ein Drittel der gesamten Liefermenge nahmen allein die Chemie-Unternehmen Interagro, Azomures und GHCL Upsom ab. Allerdings durften die Chemiewerke bis Oktober dieses Jahres Erdgas ausschließlich aus einheimischen Vorkommen beziehen. Dieses ist preiswerter als importiertes Erdgas.
April 2010
Schmerzmittel beliebtestes Medikament der Rumänen
Im Schnitt kaufte jeder Rumäne im vergangenen Jahr 21 Packungen Medikamente. Dies hat das auf den Pharma-Markt spezialisierte Marktforschungsunternehmen Cegedim herausgefunden. Seiner jüngsten Studie zufolge gingen 2009 insgesamt 460 Packungen Medikamente über den Ladentisch. Das sind 9,1 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Den stärksten Rückgang verzeichneten rezeptfreie Medikamente (-15,6 Prozent), während der Absatz verschreibungspflichtiger Medikamente nur um 4,7 Prozent zurückging. Mit 15 Millionen Packungen ist das Schmerzmittel Algocalmin das wohl beliebteste Pharma-Produkt der Rumänen. Dabei ist es in vielen Ländern verboten. Nurofen, ebenfalls ein Schmerzmittel, liegt mit 11,2 Millionen Packungen an zweiter Stelle. Besonders gut verkaufen sich außerdem Blutdruck senkende Medikamente und das Antibiotikum Ampicillin.
März 2010
PCC will Oltchim-Werk aufkaufen
Die deutsche PetroCarboChem-Gruppe (PCC), mit 12,1 Prozent an Oltchim Ramnicu-Valcea (OLT) beteiligt, will die Mehrheit an der rumänischen Gesellschaft erwerben. Laut Inhaber Waldemar Preussner soll so eine Position unter den ersten fünf Herstellern von Polyolen in Europa gesichert werden. Man habe hier investiert, um das Unternehmen zu konsolidieren und zu vergrößern. Oltchim deckt 5 Prozent der europäischen Polyole-Produktion, PCC 3 Prozent. Anvisiert ist, gemeinsam einen Marktanteil von 10 Prozent in Europa zu erreichen. Unternehmen wie Dow Chemicals und Bayer, die die Hälfte des Marktes ausmachen, würden derzeit die Preise und die Versorgung mit Rohstoffen kontrollieren. Der Erwerb von Oltchim ist für PCC eine der wenigen Lösungen, um im Polyole-Markt wachsen zu können.
Februar 2010
Wachstum für Pharma-Markt
Etwa 20 Pharma-Unternehmen machen derzeit knapp 80 Prozent des rumänischen Pharmamarktes aus, wie das Marktforschungsunternehmen Cegedim herausgefunden hat. Dabei hat im vergangenen Jahr eine Konsolidierung des Marktes stattgefunden. die 20 größten Pharma-Hersteller und -Distributoren hatten ein Jahr zuvor noch 70 Prozent Marktanteil. 2009 betrug das Marktvolumen 8,1 Milliarden Lei - 13,1 Prozent mehr als im Vorjahr. In Euro verzeichnete der Markt einen Rückgang um 9,1 Prozent. Zwar sind die Durchschnittspreise 2009 um 8,5 Prozent gesunken, doch der Anteil an hochpreisigen Medikamenten stieg von 28,5 Prozent auf 34,2 Prozent. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 791 neue Pharma-Produkte auf den Markt gebracht (Absatz: 34 Millionen Euro), 547 andere wurden vom Markt zurückgezogen (Absatz: 13,2 Millionen Euro).
Januar 2010
Umweltministerium: 80 Mio. Euro für Umsetzung des REACH-Programms
Es wird teuer für die rumänische Chemiebranche 2010. Gemäß dem am ersten Juni 2007 in Kraft getretene EU-Regelwerk REACH (Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemical substances), müssen in diesem Jahr alle Gewerbetreibenden, die chemische Substanzen herstellen und/oder importieren, ihre Produkte registrieren und prüfen lassen, sowie eine Zulassung von und bei der europäischen Chemikalien-Agentur im finnischen Helsinki beantragen. Das Pflichtprogramm läuft bis 2018, bis November diesen Jahres sind Jahresmengen von mehr als 1000 Tonnen fällig. Die gesamte administrative Tätigkeit wurde vom rumänischen Umweltministerium auf rund 80 Millionen Euro geschätzt. Europaweit wird von einem Aufwand von etwa 5 Milliarden Euro ausgegangen.